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August 2009: Feldtag in Obbach (Bayern)


Großer Besucheransturm beim Feldtag zur Bodenbearbeitung und Zwischenfruchtnachsaat

Maschinenvorführung
Maschinenvorführungen wecken bei jedem Feldtag das größte Interesse. © FiBL, Bild: K.-P. Wilbois
Gruppe Feldtag
Naturland-Berater Werner Vogt-Kaute (links) begrüßt die Besucher des Feldtags. © FiBL, Bild: K.-P. Wilbois

Über 300 Interessierte, darunter viele Landwirte mit Familien, folgten am 11. August der Einladung zum Feldtag auf Gut Obbach in Unterfranken. Bei überwiegend trockener Witterung und angenehmen Temperaturen verfolgten die Landwirte die Maschinenvorführungen zur Stoppelbearbeitung sowie zur Zwischenfrucht- und Grünlandnachsaat und informierten sich an verschiedenen Firmenständen zu Produkten, Dienstleistungen und zum Ökolandbau. Dafür nahmen sie zum Teil auch weite Anreisewege aus Oberfranken, Thüringen und Baden-Württemberg in Kauf.

Der Feldtag wurde im Rahmen des vom „Bundesprogramm Ökologischer Landbau“ (BÖL) geförderten, interdisziplinären Projektes „Steigerung der Wertschöpfung ökologisch angebauter Marktfrüchte durch Optimierung des Managements der Bodenfruchtbarkeit“ durchgeführt. Das Forschungsinstitut für Biologischen Landbau (FiBL) koordiniert dieses Projekt und war gemeinsam mit Naturland und dem Maschinenring Arnstein an der Durchführung des Feldtags beteiligt.

Der den Feldttag ausrichtende Betrieb Gut Obbach nimmt zusammen mit 31 weiteren Betrieben in ganz Deutschland an dieser Bodenfruchtbarkeitsstudie teil und ist außerdem einer von deutschlandweit 200 Demonstrationsbetrieben des Ökologischen Landbaus, auch dies ist ein vom „Bundesprogramm Ökologischer Landbau“ gefördertes Projekt. Auf dem Betrieb finden regelmäßig Führungen und Veranstaltungen statt, um Besuchern und Presse den Ökolandbau in der Praxis nahezubringen. Beim Feldtag bot Gut Obbach nun Landwirten die Möglichkeit, die ökologische, flache Bodenbearbeitung, die Grünlandnachsaat und die Nachsaat bodenverbessernder Zwischenfrüchte in der Praxis zu begutachten.

Zu Beginn des Feldtags begrüßte Naturland Fachberater Werner Vogt-Kaute die zahlreichen Besucher und gab einen kurzen Überblick über den Ablauf des Feldtags. Anschließend leitete Betriebsleiter Bernhard Schreyer mit einigen Anmerkungen zur Wichtigkeit des bodenschonenden Arbeitens zum Hauptpunkt, den Vorführungen der Landmaschinentechnik, über.

Gerätedemonstration zur Mulchsaat und zur Grünlandnachsaat

Säkombinatin, Firma Lemken
Säkombinatin, Firma Lemken © FiBL, Bild: K.-P. Wilbois
Säkombination, Firma Dalbo
Säkombination, Firma Dalbo © FiBL, Bild: K.-P. Wilbois

Zuerst wurden die neuesten Maschinen und Techniken zum Mulchsaatverfahren vorgeführt. Unter den prüfenden Blicken der Landwirte konnten unter anderem Scheibenscharsämaschinen der Firmen Väderstadt und Horsch, Zinkensämaschinen der Firmen Köckerling und Kverneland sowie Säkombination der Firma Lemken und der Firma DALBO ihre Effektivität bei der Zwischenfruchtsaat unter Beweis stellen. Die Resultate wurden von den Landwirten genau begutachtet und diskutiert. Jede Sämaschine hatte drei Einätze auf einem zwei Wochen zuvor vorgegrubberten Roggenfeld: zuerst auf dem nicht weiter bearbeiteten Boden, dann auf einem direkt vor der Saat mit dem ECOMAT (Schälpflug) bearbeiteten Bereich und zuletzt auf einem vor der Saat mit dem Stoppelhobel bearbeiteten Bereich. Da es in der vorherigen Nacht etwas Niederschlag gab, war die Krume des Lehmbodens zwar etwas feucht, die Bearbeitung lieferte dennoch recht ansprechende Ergebnisse. Die Entwicklung der Zwischenfrucht auf den unterschiedlich vorbearbeiteten und eingesäten Flächen kann in den kommenden Wochen weiter verfolgt werden, interessierte Landwirte können jederzeit auf dem eingesäten Feld vorbeischauen.

Nach dieser Vorführung legten viele der Anwesenden eine kurze Pause am Verpflegungsstand ein, bevor es frisch gestärkt weiterging zur Demonstration der Grünlandnachsaat. Hier wurden vier verschiedene Geräte zur Graspflege und Nachsaat vorgeführt: der Triathlon von Köckeling, der Green Master von Güttler, der Maxiroll Greenline von DALBO und der Pneumaticstar von Einböck.

Grubber, Kurzscheibeneggen und Stoppelhobel in Aktion

Flügelschargrubber
Flügelschargrubber, Kerner "Komet". © FiBL, Bild: K.-P. Wilbois
Stoppelhobel
Stoppelhobel, Firma Zobel. © FiBL, Bild: K.-P. Wilbois

Zuletzt stand die Grundbodenbearbeitung auf dem Programm, hier konnten Grubber auf dem neusten Stand der Technik begutachtet werden. Es kamen verschiedene Flügelschargrubber von Geyer, Horsch, Kerner, Köcklerling, Kuhn und Treffler zum Einsatz, außerdem Kurzscheibeneggen von Lemken und DALBO, der ECOMAT (ein Schälpflug von Kverneland) und der Stoppelhobel der Firma Zobel, ein Gerät dass auf Grund seiner flach wendenden Arbeitsweise im Ökolandbau große Bedeutung hat. Die Landwirte konnten sich so ein anschauliches Bild davon machen, wie die jeweiligen Geräte mit dem noch etwas feuchten Lehmboden des Standortes zurechtkamen.

Auch bei diesem Feldtag lässt sich aus den Gerätedemonstrationen das Fazit ziehen, dass es keinen universalen Alleskönner gibt und jedes Gerät abhängig vom Standort seine speziellen Stärken und Schwächen hat. Der Feldtag bot den Landwirten aber die Möglichkeit, sich ein Bild von der Arbeitsweise der Geräte zu machen, und dann selbst zu beurteilen, ob diese für ihren Betreib und ihren Standort geeignet sind.

Alles in allem war der Feldtag auf Gut Obbach eine sehr gelungene Veranstaltung. Viele Landwirte nutzen die Gelegenheit nicht nur um die neueste Technik zu sehen, sondern auch um sich über die Bodenbearbeitung auszutauschen, sich über den Ökolandbau zu informieren und auch, um mit der ganzen Familie einen Ausflug zu unternehmen. 

Panorama in Obbach

Impressum

Ann-Kathrin Spiegel, Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL Deutschland e.V.)