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Internationaler Tag des Boden

Bodenprofil
Bodenprofil. © FiBL, Bild: K.-P. Wilbois

Der Internationale Tag des Bodens findet jährlich am 5. Dezember statt. Ziel dieses Aktionstags ist es, dem Schutz des Bodens mehr Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, da die Gefährdung des Bodens im öffentlichen Bewusstsein kaum präsent ist. Weitgehend unbemerkt von der öffentlichen Aufmerksamkeit gehen weltweit täglich große Mengen wertvollen Bodens verloren, so zum Beispiel durch Versiegelung, Erosion oder Kontaminationen. Da in Deutschland insgesamt etwa die Hälfte der Gesamtfläche landwirtschaftlich genutzt wird, kommt hier dem verantwortungsvollen Umgang mit landwirtschaftlichen Böden eine besondere Wichtigkeit zu. Bei nicht nachhaltiger landwirtschaftlicher Nutzung kann Boden degradieren, aber bei schonender Nutzung und Bearbeitung kann sowohl der Boden erhalten als auch die Bodenfruchtbarkeit gesteigert werden. Im Bodenfruchtbarkeitsprojekt sind die Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit und der Schutz des Bodens zentrales Anliegen der Forschungsarbeiten.

Veranstaltung "Boden leben"

Zum Tag des Bodens fand am 3. Dezember im Rahmen des Bodenfruchtbarkeitsprojekts die Veranstaltung "Boden leben" statt. Den Teilnehmern wurden Einblicke in wichtige Aspekte zum Boden und zur Bodenfruchtbarkeit geboten: Welche Bedeutung hat der Boden, wodurch wird er gefährdet, welchen Stellenwert hat er in der Landwirtschaft und wie kann im ökologischen Landbau Bodenstruktur und -fruchtbarkeit optimal gepflegt und damit der Schutz des Bodens verbessert werden?

Näheres zur Veranstaltung kann im ausführlichen Bericht nachgelesen werden.

Unglaublicher Boden

Lebensraum Boden

  • Für 95 % aller heimischen Insekten ist in ihrer Entwicklung ein bodenbewohnendes Stadium lebensnotwendig.
  • In einem Hektar Wiese leben so viele Bodenorganismen, dass ihr Gewicht addiert dem von 20 Kühen entspricht.
  • In der oberen Bodenschicht (bis 30 cm) eines fruchtbaren Bodens leben pro m2 eine Billiarde Bakterien.
  • Alle Organismen aus einem Kubikmeter Boden, einschließlich der Pilzfäden und Bakterien, zu einer Kette aneinandergereiht entsprechen der fünffachen Entfernung Erde - Mond.
  • Ein Fingerhut voll Boden hat eine innere Oberfläche von etwa 100 Quadratmetern.

Gefährdeter Boden

  • In Deutschland beträgt der Flächenverbrauch, das heißt die Umwandlung von unbebautem Boden in Wohn-, Verkehrs- und Wirtschaftsfläche, knapp 100 Hektar pro Tag.
  • Es dauert 100 bis 300 Jahre, bis in unserem Klima eine Humusschicht von 1 cm Dicke entsteht.
  • Ein einziger Platzregen kann soviel Boden von einem unbewachsenen flachen Hang schwemmen, wie in mehreren hundert Jahren gebildet wurde.

Faszination Boden

  • Die Deutschen sind offenbar besonders bodenbegeistert: In Deutschland gibt es sowohl ein Bodenmuseum (in Osnarbrück) als auch einen Reiseführer zu den Böden Deutschlands.
  • Charles Darwin dagegen hatten es die Regenwürmer besonders angetan: Sein letztes Buch schrieb er über die Tätigkeit der Regenwürmer. Außerdem hatte er auf seinem Anwesen hatte er einen großen "Wurmstein" platziert, um zu sehen, wie dieser langsam von den Regenwürmern "eingegraben" wurde.