Daily Archives

One Article

Blog

Immer weniger kirchliche Trauungen

Posted by Alyssa Wheeler on

Noch vor wenigen Jahren war es vollkommen normal, dass man sich in der Kirche das Ja-Wort gab. Heute wirkt das befremdlich, zumindest auf mich. Ich war bereits auf etlichen Hochzeiten, auf denen glückliche Menschen heirateten. Sie alle saßen in der Kirche vor einem Pfarrer, zu dem sie in den meisten Fällen keinerlei Bezug haben und gelobten die noch nicht vorhandenen Kinder streng im Sinne der Kirche zu erziehen. Rückblickend hat das keines der Paare getan und wahrscheinlich auch nie vorgehabt.

Versprochen wurde das, da die Zeremonie in der Kirche für viele einfach dazu gehört. Viele Frauen träumen davon im weißen Kleid vom Vater an den Altar geführt zu werden.

Das scheint sich aber zunehmend zu ändern.

Die Stellung der Kirche schwindet

Nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich gibt es immer weniger kirchliche Trauungen, Vorarlberg Online berichtete. Obwohl immer mehr Menschen heiraten, geht die Zahl der kirchlichen Hochzeiten zurück. Scheinbar ist es der aktuellen Generation an Liebespaaren nicht mehr wichtig Gottes Segen einzuholen.

Der Trend scheint unumkehrbar und hat sich in den letzten Jahren noch verstärkt. Gleichzeitig ist die Anzahl der Kirchenaustritt auf dem höchsten Stand aller Zeiten.

Mögliche Gründe gibt es viele

In der Kirche finden immer weniger Trauungen statt

In den letzten Jahren hat die Kirche uns allen etliche Gründe geliefert, um ihr den Rücken zu kehren. Der wichtigste sind vielleicht die regelmäßigen Missbrauchsvorwürfe und der Umgang mit ihnen. Auch die von einigen Funktionären offenkundig praktizierte Homophobie passt nicht mehr in unser modernes Zeitalter der Selbstbestimmung und Gemeinsamkeit. Für viele Menschen problematisch war zudem der Umgang mit der Covid-19 Pandemie, sowie die immer wiederkehrende Geldverschwendung.

Wie sehr haben wir uns gewünscht, dass die Kirche ihr Vermögen und ihren riesigen Einfluss sinnvoll einsetzt und wie oft wurden wir enttäuscht?

Eine Anerkennung der schwierigen Situation und einen Plan um diese zu verbessern ist sie noch immer schuldig geblieben. 

Das wurde in Deutschland mit beinahe 450.000 Kirchenaustritten im Jahr 2020 quittiert. EIn Umdenken scheint dennoch nicht stattzufinden.

Immer mehr freie Trauungen

In der Zwischenzeit haben die Menschen bemerkt, dass man die Kirche nicht braucht um eine wundervolle Hochzeit zu erleben. Sie heiraten im Kreise der Familie und der Freunde. Auch für die Zeremonie gibt es eine gute Lösung. Mit Hilfe eines freien Redners kann man nicht nur auf eine bewegende und moderne Traurede hoffen, sondern sich den Ort der Trauung selbst aussuchen.

Ein Blick in die Zukunft

Aktuell kann ich mir nicht vorstellen, dass die Menschen sich wieder der Kirche zuwenden. Erfahrungsgemäß sind Wiedereintritte äußerst selten. Die Kirche als Institution hat ihr Vertrauen verspielt und wir haben gemerkt, dass wir ohne sie klarkommen können. Ob das auch mit einer Abkehr von der Religion einher geht, bleibt abzuwarten.

Quellen