Sie sind hier: Projekt > Versuchsfragestellung

Das Potenzial des Standorts ausschöpfen

Wurzel mit Erde
Die Leistungsfähigkeit von Leguminosen und ihren Rhizobien zur Bindung von Luftstickstoff ist zentral für die Bodenfruchtbarkeit im Biolandbau. Wie ihre optimale Leistungsfähigkeit im praktischen Ackerbau sichergestellt werden kann, ist eine wichtige Fragestellung im Projekt. © FiBL, Bild: K.-P. Wilbois
Kranke Blätter
Die Brennfleckenkrankheit (Ascochyta-Komplex) der Erbse kann deren Ertrag massiv beeinträchtigen. Wie sich Auftreten und Auswirkungen dieser Pilzkrankheit verringern bzw. vermeiden lassen, ist eine weitere wichtige Frage, die sich das Vorhaben stellt. © FiBL, Bild: K.-P. Wilbois

Praxisorientierter Ansatz

Hauptziel dieses interdisziplinären Forschungsvorhabens ist es, mit einem stark
praxisorientierten Ansatz Maßnahmen zur besseren Ausschöpfung standörtlicher
Ertragspotenziale und damit zur Steigerung der Wertschöpfung für ökologisch wirtschaftende
Betriebe zu entwickeln. Das Projekt fokussiert dabei auf viehlose und viehschwache ökologisch geführte Marktfruchtbetriebe.

Im Folgenden werden die übergeordneten Fragestellungen und Hypothesen
zusammenfassend dargestellt:

Leguminosen

Da Leguminosen im Hinblick auf die Bodenfruchtbarkeit im ökologischen Landbau einen unbestritten zentralen Stellenwert einnehmen, müssen sie in einem ausgezeichneten Gesundheitszustand sein. Auf gezielt ausgewählten Ökobetrieben sollen daher folgende Aspekte eingehender untersucht werden:

  • der Status und die Auswirkungen von Bodengesundheit sowie
  • abiotische Faktoren wie Nährstoffstatus oder Struktur des Ober- und Unterbodens (Verdichtungen) auf die Ertragsleistung von Leguminosen und ihren Getreidenachfrüchten

Makro- und Mikronährstoffe

Ein wichtiger Problemkreis im langjährigen ökologischen Anbau ist die nachlassende Menge und Verfügbarkeit von Makro- und Mikronährstoffen, deren Relevanz besonders für den Anbau von Leguminosen bzw. Leguminosengemengen unklar ist. Die Eingriffsmöglichkeiten vor allem über C-reiche Wirtschafts- und Handelsdünger müssen überprüft werden.

Durch Kombination von Mischkulturen, optimierter Düngerausbringung und reduzierter Bodenbearbeitung soll der Zusammenhang zwischen Versorgung mit organischer Substanz und der Steigerung der Bodenfruchtbarkeit und Bodengesundheit in praktikable Managementempfehlungen umgesetzt werden.

Externe Nährstoffquellen

Externe Nährstoffquellen in Form von Sekundärrohstoffdüngern sind mitunter aufgrund ihrer Herkunft umstritten und müssen gründlich bewertet werden. Ihr Potenzial zur Deckung des Humusbedarfes und zum Ausgleich der Entzüge an Makro- und Mikronährstoffen soll ermittelt werden, um die Datenbasis zu verbreitern und die Diskussion zu versachlichen.

Entscheidungshilfe über Modellansatz

Bei allen Fragen soll ein Modellansatz integriert werden, der sowohl ökonomische und umweltrelevante Größen berücksichtigt als auch flexibel und praxisrelevant ist und auf einer Kosten- Leistungsrechnung basiert. Dieser Modellansatz soll ermöglichen, konkrete Entscheidungshilfen zum integralen Fruchtbarkeitsmanagement für den ökologischen Landbau zu erarbeiten. Darüber hinaus sollen die Ergebnisse mit Demonstrationsversuchen und Informationsveranstaltungen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.