Mai 2013 - Passende Leguminosen.
April 2013 - Erbsensorten.
März 2013 - Lupinen Teil 2.
Februar 2013 - Lupinen Teil 1.
Januar 2013 – Direktsaat im Ökolandbau.
Dezember 2012 – Video Kompost.
November 2012 – Fuß- und Wurzelkrankheiten bei Erbsen.
Oktober 2012 – Reduzierte Bodenbearbeitung.
September 2012 – Kompostierung in der Praxis.
August 2012 – Grüngutkompost.
Juli 2012 – DLG-Feldtage.
Juni 2012 – Über Bodenfruchtbarkeit nachdenken.
Mai 2012 – Knöllchenbakterien.
April 2012– Bodenbeurteilung.
März 2012 – Grünguthäcksel.
Februar 2012 – Schädlinge.
Januar 2012 - Erbsen im Gemenge.
Dezember 2011 – Mechanische Bodenbelastung.
November 2011 – Unkrautunterdrückung in Gemengen.
Oktober 2011 – Blattrandkäfer.
September 2011 – Ackerbegleitstrukturen.
August 2011 – Mykorrhiza.
Juli 2011 – Nematoden.
Juni 2011 – Bodenleben.
Mai 2011 – Klee- und Luzernbestände.
April 2011 – Vergleich Erbse/Ackerbohne.
März 2011 – Sojabohne (Teil 2).
Februar 2011 – Sojabohne (Teil 1).
Januar 2011 – Regenwurm.
Dezember 2010 – Tag des Bodens.
November 2010 – Grünbrache.
September 2010 – Bodenbearbeitung.
August 2010 – Bodenmüdigkeit.
Juli 2010 – Anbaupause.
Juni 2010 – Interview Bodenverdichtung.
Mai 2010 – Interview organische Düngemittel.
April 2010 – Alnatura Bauerntag.
März 2010 – Humusbilanzierung.
Februar 2010 – Bodenuntersuchung.
Ackerbegleitstrukturen nützen auch dem Boden
Ackerbegleitstrukturen sind flächen-, punkt- oder linienförmige Landschaftselemente in der Agrarlandschaft. Während sich flächige und punktförmige Biotope meist in kultivierten Flächen befinden, grenzen die linearen meist am Rand an Wirtschaftsflächen an. Allen gemeinsam ist, dass sie nicht oder extensiv bewirtschaftet bzw. gepflegt werden und der fehlende Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Düngemitteln. Diese Agrarbiotope sind somit relativ naturnah. Es handelt sich beispielsweise um Ackerrandstreifen, Feldgehölze oder auch Brachflächen. Die Biotopelemente unterscheiden sich untereinander hinsichtlich Nutzung und Pflege. Dadurch weisen sie eine unterschiedliche strukturelle Vielfalt auf und unterscheiden sich damit in ihrem Artenreichtum. Die Biotopstrukturen sind Teil der traditionellen bäuerlichen Kulturlandschaft. Neben ihrem Beitrag zur Artenvielfalt sind sie auch wichtige Elemente beim Schutz von Boden und Wasser. Zudem werden landwirtschaftliche Nützlinge gefördert, die zur biologischen Schädlingsbekämpfung beitragen. Gehölzstrukturen können auch direkt wirtschaftlich genutzt werden, z.B. zur Gewinnung von Brennholz oder Pflanzenteile zur Tierfütterung.
Da es sich bei diesen Biotopstrukturen um ökologische Ausgleichsflächen handelt, kann der Erhalt oder die Neuanlage von diversen Strukturelementen im Rahmen der Agrarumweltmaßnahmen oder des Vertragsnaturschutzes unter bestimmten Voraussetzungen finanziell gefördert werden, so dass der Landwirt für Ertragseinbußen und Mehraufwand entschädigt wird. Somit kann auch der Landwirt in vielfältiger Weise von Ackerbegleitstrukturen profitieren.
Sowohl die Unterteilung von großen Parzellen oder die Nutzung ertragsschwacher Standorte, schlecht zugänglicher Teilstücke oder Flächen, die aus dem Betrieb genommen werden sollen, bieten sich an die Neuanlage von Ackerbegleitbiotopen an. Naturschutzfachlich geeignet sind immer Standorte, von denen ein früheres Vorkommen einer solchen Biotopstruktur bekannt ist, da die erneute Etablierung hier wahrscheinlich ist. Der Erhalt und die Pflege bereits bestehender Biotopstrukturen sind aus der Sicht des Naturschutzes in jedem Fall einer Neuanlage vorzuziehen, da solche „gewachsenen“ Ökosysteme nicht einfach ersetzbar sind.
Welche Ackerbegleitstrukturen gibt es?
- Ackerrandstreifen bzw. Ackerschonstreifen zeichnen sich durch eine extensive Nutzung in Ackerrandbereichen aus. Da hier auf jegliche Unkrautbekämpfung verzichtet wird, können bodenbürtige Ackerwildkrautgesellschaften entstehen. Besonders Blütenbesucher (wie z.B. Honigbienen), die Wild- und Kulturpflanzen bestäuben, profitieren von dem erhöhten Nahrungsangebot. Fast alle Bundesländer fördern die Anlage dieser Naturschutzflächen in der Kulturlandschaft im Rahmen von Ackerrandstreifenprogrammen.
- Lichtstreifen oder -flächen entstehen durch eine geringere Aussaatdichte und Vermeidung der Anwendung von Pflanzenschutz- und Düngemitteln mitten im Acker. Sie dienen dem Schutz bodenbrütender Vögel und anderer Wildtiere (z. B. Feldhase), die auf lichtere Stellen angewiesen sind. Diese dürfen nicht im Randbereich oder in der Nähe von Fahrspuren angelegt werden, um das Risiko eines Nestraubes (z. B. durch Füchse) so gering wie möglich zu halten.
- Lerchenfenster werden zum Schutz der Lerche und anderer Tiere angelegt. Es handelt sich hierbei um Freiflächen im Feld, die durch das Aussetzen der Sämaschine bei der Aussaat für einige Meter oder nach der Saat durch Fräsen entstehen. Auf ihnen können Lerchen landen, Nahrung suchen und im dichten Bestand rund um das Fenster einen Brutplatz finden.
- Blühstreifen werden im Gegensatz zu Ackerrandstreifen mit einer Blühmischung im Randbereich oder auch innerhalb der Nutzflächen angesät. Durch sie sollen vor allem Insekten (wie auch Honigbienen) gefördert und zweitrangig das Landschaftsbild gefördert werden. Die Agrarumweltprogramme vieler Bundesländer unterstützen das Anlegen dieser linearen Biotopelemente.
- Feldraine, auch Wegraine genannt, sind lineare Saumbiotope, deren Begrünung der natürlichen Sukzession überlassen wird. Da sie dennoch mehr oder weniger regelmäßig gemäht werden, sind sie gehölzfrei oder unregelmäßig von einzelnen Büschen oder Buschgruppen durchsetzt. Im Rahmen der Betriebsprämienregelung gehören sie zur beihilfefähigen Fläche.
- Hecken sollten aus Naturschutzsicht idealerweise von einem extensiv genutzten Krautsaum umgeben sein. Hecken werden regelmäßig auf den Stock gesetzt oder zurück geschnitten. Sie tragen maßgeblich zur Gliederung der Agrarlandschaft bei und spielen eine wichtige Rolle im Erosionsschutz, vor allem in Gebieten mit sandigen Böden oder in hängigem Gelände. Sie wirken sich außerdem regulierend auf den Wasserhaushalt aus. Die Anlage oder Pflege von Hecken wird in einigen Bundesländern unterstützt.
Die Gestaltung der einzelnen Strukturen sollte dabei an die natur- und kulturräumliche Charakteristik anknüpfen. Es sollten nur regionale Saatgutmischungen bzw. standorttypische Gehölze regionaler Herkunft verwendet werden.
Weitere bedeutsame Landschaftselemente sind u. a. Feldgehölze, Solitärbäume, Streuobstwiesen, unbefestigte Wege, Tümpel, Extensivgrünland und Grünbrachen.
Was leisten Agrarlandschaftselemente?
- Sie bieten Lebensraum und Biotopvernetzung für typische Tierarten der Feldflur:
Deckungshabitat: Relativ naturnahe und ungestörte Rückzugs- und Refugialgebiete für viele Arten (z. B. während Wirtschaftsflächen bearbeitet werden oder im Winter, falls keine Winterfrucht angebaut wird und der Ackerboden unbedeckt ist)
Nahrungsbiotop (Nahrungsangebot: Nektar, Pollen, Pflanzen, Tiere)
Ansitzwarte für Vögel, die auf der bewirtschafteten Fläche jagen
Reproduktionsbiotop
Vernetzung: als Teile eines Biotopverbunds zwischen naturnahen Biotopen - Sie verbessern das Kleinklima
- Nährstoffrückführung
- CO2-Speicherung
- Regulierung des Wasserhaushalts
- Bodenschutz (Wind- und Wassererosionsschutz)
- Puffer- und Filterfunktion
Damit bei der Schaffung von Strukturelementen alle wichtigen Aspekte einbezogen werden können, sollte man sich professionell (naturschutzfachlich, landschaftsgestalterisch, bodenkundlich) beraten lassen.
Links und Quellen
- Pressemitteilung des Rheinischen Landwirtschafts-Verband e.V.
- Netzwerk "Lebensraum Brache"
- Unterrichtsmaterial der Berufsschuke Gartenbau "Landschaftselemente und ihre ökologische Bedeutung" (.pdf)
- Vortragspräsentation von Christian Steiner: „Der Beitrag von Landschaftselementen zu Bodenschutz und Kleinklima“ (.pdf)
- Das Ackerrandstreifenprogramm der Stadt Heilbronn
- Netzwerk Blühende Landschaft
- Richtlinien über die Gewährung von Zuwendungen im Vertragsnaturschutz
- Datenbank mit naturschutzrelevanten Förderprogrammen der Länder
- Finanzierungshandbuch für Naturschutzmaßnahmen vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) und dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) (.pdf)
- Förderdatenbank
Download
Hier erhalten Sie das Thema des Monats September (.pdf) zum Download.
Impressum
Autor: Anna Fath (FiBL Deutschland e.V.)
Durchsicht und Redaktion: Ann-Kathrin Spiegel (FiBL Deutschland e.V.)
Quellenangabe bei Veröffentlichung
Anna Fath (FiBL Deutschland e.V.)Beitrag entstanden im Rahmen des Projektes „Steigerung der Wertschöpfung ökologisch angebauter Marktfrüchte durch Optimierung des Managements der Bodenfruchtbarkeit". Weitere Infos unter www.bodenfruchtbarkeit.org


