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Erbsen im Gemenge mit Hafer oder in Reinsaat: Wie reagieren verschiedene Standorte im Ertrag?

Erbsen und Hafer-Erbsen-Gemenge auf dem Standort Dittlofsroda. © W. Vogt-Kaute, Naturland

Um die Unterschiede von Erbsen im Gemenge mit Hafer und in Reinsaat genauer erfassen zu können, wurden auf den Standorten Kürnach und Dittlofsroda (nur 2011) die dortigen Parzellenversuche um ein paar Parzellen mit Gemengen erweitert. Beim Standort Kürnach handelt es sich um einen, für Erbsen ideal geeigneten, guten Lössboden, auf dem bisher noch kaum Körnerleguminosen angebaut wurden. Auf dem schwachen Standort Dittlofsroda sind durch einen regelmäßigen Anbau von Körnerleguminosen und die damit gegebene Vorgeschichte bodenbürtige Krankheiten zu erwarten. Aber auch ohne den regelmäßigen Anbau von Körnerleguminosen und den Einfluss von Fußkrankheiten wäre unter den gegebenen Standortbedingungen kaum ein Erbsenbestand möglich, der eine ausreichend gute Unkrautunterdrückung aufweist.

Während die langstrohige Wintererbse E.F.B.33 immer mit Gemengepartner angebaut werden muss, gibt es bei den Sommererbsen verschiedene Möglichkeiten. Für einen Anbau der Sommererbse im Gemenge sprechen die bessere Unkrautunterdrückung und die höhere Standfestigkeit. Der Anbau mit Leindotter hat sich auf einigen Standorten etabliert, erfordert aber eine schnelle Reinigung nach der Ernte. Die Mischung mit Gerste ist eher als abtragende und meist tendenziell getreidelastige Frucht üblich - nicht jedoch als Hauptfrucht, die die Wirkungen einer Leguminose adäquat ersetzen kann. Da die Gerste selbst keine gute Unkrautunterdrückung besitzt, sind darüber hinaus die Verbesserungsmöglichkeiten durch das Gemenge begrenzt.

Im Gemengeanbau mit Hafer kann der Anteil des Hafers stark reduziert werden. Für weißblühende, kurzstrohige Körnererbsen, die mit voller Saatstärke von 80 Körnern/ gesät werden, reicht eine Zumischung von 80 Körnern Hafer, was in etwa 40 kg/ha entspricht. Wichtig ist hier die Wahl einer möglichst frühreifen Hafersorte, da sie in einem ungünstigen Jahr noch immer deutlich spätreifer als die weißblühende Erbse sein kann. Für die später reifenden, buntblühenden Grünfuttererbsen, z.B. Livioletta, die allerdings wegen ihrer Wüchsigkeit deutlich dünner gesät werden müssen (bisher 20 bis 40 Körner/), passen späte Hafersorten in der Abreife. In den Versuchen sollten für die Mischung von buntblühenden Sommererbsen die richtigen Mischungsverhältnisse gefunden werden. Grundsätzlich müssen die Vermarktungsmöglichkeiten von Gemengen bzw. die Möglichkeit der Reinigung geklärt werden.

Die Ergebnisse

Erbsen auf dem Standort Kürnach. © W. Vogt-Kaute, Naturland

Auf dem guten Standort Kürnach zeigten die Körnererbsen in der Reinsaat mit 50,5 dt bzw. 42,8 dt ihr Ertragspotenzial, das in der Praxis leider selten ausgeschöpft wird. Folgende Beobachtungen wurden festgehalten:

  • Die Erträge der Reinsaat waren den Erträgen der Mischung überlegen.
  • Die Wintererbsen waren nicht ertragsstärker als die Sommererbsen.
  • Die Erträge der buntblühenden Grünfuttererbsen waren am Standort Kürnach unterdurchschnittlich.
  • Das richtige Mischungsverhältnis mit den Grünfuttererbsen konnte für den Standort Kürnach noch nicht gefunden werden. Die Erhöhung von 20 auf 40 Körner brachte zwar eine Steigerung des Erbsenertrages, aber nicht in der erwarteten Höhe.

Obwohl die Erbse in Reinsaat hier überlegen ist, sollte der Standort bei dieser Anbauvariante keine Unkrautprobleme haben. Der Anbau von Körnerleguminosen darf hier nur dann erfolgen, wenn keine hohe Stickstoffnachlieferung, z.B. aus organischer Düngung oder Kleegras, zu erwarten ist.

Das genaue Gegenteil war am schwachen Standort Dittlofsroda zu beobachten. Hier lag das Gemenge mit der buntblühenden Erbse an der Spitze. Allerdings war sicherlich ein Jahreseffekt im Spiel. Die später abreifende Sorte Livioletta konnte möglicherweise, im Gegensatz zu den früheren Körnererbsen und den Wintererbsen, den nach der langen Trockenperiode einsetzenden Niederschlag nutzen. Dennoch bleibt auf diesem Standort der klare Vorteil der besseren Unkrautunterdrückung zu bestehen. Erbsen in Reinsaat ergeben hier in der Regel keinen beerntbaren Bestand. Leider konnten die Gemengepartner bei den Sommerungen nicht getrennt werden.

Als halbblattlose Sorten wurden Casablanca, Respect, Salamanca und Alvesta verwendet. Bei den Sorten Grana, Natura und Protecta handelt es sich um Sorten, die zwar Blätter besitzen, aber in der Wuchshöhe den halbblattlosen Sorten entsprechen und weiß blühen. Sie stellen damit eine Mittelstellung zwischen den halbblattlosen und den in der Regel buntblühenden Grünfuttererbsen dar. Als Grünfuttererbsen wurden Livioletta, Dolores und die weißblühende Akoja getestet. E.F.B33, Specter und Stamm 61 sind buntblühende bzw. weißblühende Wintererbsen.

Tabelle 1: Ergebnisse Kürnach 2010

Tabelle 2: Ergebnisse Kürnach 2011

Tabelle 3: Ergebnisse Dittlofsroda 2011

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Impressum

Autor: Werner Vogt-Kaute (Naturland)

Durchsicht und Redation: Ann-Kathrin Spiegel (FiBL Deutschland e.V.)

Quellenangabe bei Veröffentlichung

Werner Vogt-Kaute (Naturland)

Beitrag entstanden im Rahmen des Projektes „Steigerung der Wertschöpfung ökologisch angebauter Marktfrüchte durch Optimierung des Managements der Bodenfruchtbarkeit". Weitere Infos unter www.bodenfruchtbarkeit.org