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Körnerleguminosen im Fokus - das Bodenfruchtbarkeitsprojekt bei den DLG-Feldtagen

Die Demonstrationsparzellen zum Bodenfruchtbarkeitsprojekt. © FiBL, Bild K.-P. Wilbois

Das Bodenfruchtbarkeitsprojekt war bei den DLG-Feldtagen 2012 in Bernburg-Strenzfeld präsent: Vom 19. bis 21. Juni hatten die Feldtagsbesucher die Möglichkeit, sich am Naturland Stand über die verschiedenen Aspekte des Projekts zu informieren. Im Zelt boten die ausgestellten Poster Anregung zu intensiven Diskussionen. Zu folgenden Themen konnten sich die Besucher hier informieren: Praxiserhebungen zu den Einflussfaktoren auf den Erbsenertrag (.pdf), Auswirkungen von Bodenbelastung auf den Erbsenertrag (.pdf), Effekte der Düngung mit Grünguthäcksel (.pdf), Gemengeanbau von Erbsen (.pdf) und dessen ökonomische Bewertung. Daneben wurde in einem Topfversuch die Differentialdiagnose (.pdf) vorgestellt. In der vorgestellten Form ist diese ein einfaches Voraussage-Werkzeug (.pdf) für das Auftreten von Leguminosenmüdigkeit auf einem Schlag. Landwirte können so, in Zusammenarbeit mit ihrem Berater, testen, ob sich der dafür vorgesehene Schlag für den Anbau von Körnererbsen oder Ackerbohnen eignet.

Anschaulich: Versuchsparzellen zeigen die Projektinhalte

Parzelle zum Belastungsversuch. © FiBL, Bild A.-K. Spiegel

Daneben wurden in Schauparzellen verschiedene Aspekte aus dem Projekt gezeigt. Besonders beeindruckend waren die Parzellen zum Erbsenwachstum auf verdichtetem Oberboden. Eine der beiden Parzellen wurde vom Schlepper mit etwa 4,6 bar Radlast und einem Reifeninnendruck von rund 1 bar direkt vor der Saat überrollt. Es war mit bloßem Auge zu erkennen, dass die Erbsen auf dieser Parzelle deutlich schlechter wuchsen als auf der unbelasteten Parzelle. Die daraus resultierenden Ertragsrückgänge können bei einer Arbeitsbreite von drei Metern erheblich sein. Weitere Parzellen wurden zur Grüngutkompostgabe zu Körnererbsen angelegt. Der Grüngutkompost wirkt sich durch die Nachlieferung von Nährstoffen und seine unterdrückende Wirkung auf Wurzel- und Fußkrankheiten positiv auf das Wachstum der Erbse aus. Da Kompost mit einer maximalen Aufwandmenge von 5 Tonnen Kohlenstoff pro Hektar und Jahr ausgebracht werden darf, kann seine positive Wirkung besser ausgenutzt werden, wenn er konzentriert nur in der Saatreihe abgelegt wird. In zwei weiteren Parzellen wurde die Wirkung von Grünguthäcksel zu Ackerbohnen gezeigt. Neben der Zufuhr von Nährstoffen und organischer Substanz wirkt Grünguthäcksel durch die Bodenbedeckung der Verschlämmung entgegen und reduzieren die Verunkrautung. Außerdem wurden Parzellen mit verschiedenen Erbsen-Gemengen angelegt. Im Gemenge dient der Getreidepartner als Stützfrucht für die Erbse, zudem wird das Unkraut besser unterdrückt als in Erbsenreinsaaten. Hierfür eignet sich in Sommergemengen insbesondere Hafer als Getreidepartner, da er zusätzlich zur Bodenbeschattung und dem Stickstoffentzug aus dem Boden das Unkrautwachstum auch durch die Abgabe von wachstumshemmenden Substanzen reduziert. Wintererbsen können im Gemenge mit Triticale, Roggen oder Weizen als Stützfrucht angebaut werden. Diese Variante ist oft mit einem geringeren Schädlingsbefall im Vergleich zur Sommererbse verbunden, einerseits durch den Getreidepartner und andererseits durch den Entwicklungsvorsprung, den Wintererbsen gegenüber der Sommerform aufweisen.

Zahlreiche interessierte Landwirte nutzen das Angebot und informierten sich über das Bodenfruchtbarkeitsprojekt und die Strategien für einen verbesserten Anbau von Körnerleguminosen. Mit mehr als 22.000 Besuchern und rund 340 Ausstellern aus 15 Ländern waren die DLG-Feldtage 2012 auch insgesamt ein voller Erfolg. Übrigens ließen sich die Besucher nicht von den widrigen Wetterbedingungen abschrecken: Obwohl die DLG-Feldtage ab dem zweiten Tag nach ausgiebigem Regen zu einer Schlammschlacht wurden, war die Stimmung hervorragend.

Zahlreiche Besucher der DLG-Feldtage
informierten sich an den Parzellen über das Projekt. © FiBL, Bild A.-K. Spiegel
Das Projekt wurde am Naturland Stand vorgestellt.
Im Zelt konnten die Besucher sich über die Differenzialdiagnose informieren. © FiBL, Bild A.-K. Spiegel

Download

Hier erhalten Sie das Thema des Monats Juli (.pdf) zum Download.

Impressum

Autor: Ann-Kathrin Spiegel (FiBL Deutschland e.V.)

Durchsicht und Redaktion: Werner Vogt-Kaute (Naturland)

Quellenangabe bei Veröffentlichung

Ann-Kathrin Spiegel (FiBL Deutschland e.V.)

Beitrag entstanden im Rahmen des Projektes “Steigerung der Wertschöpfung ökologisch angebauter Marktfrüchte durch Optimierung des Managements der Bodenfruchtbarkeit". Gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz auf Grund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft.