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Die reduzierte Bodenbearbeitung wird weiter erforscht

Im Bodenfruchtbarkeitsprojekt stehen die heimischen Körnerleguminosen und ihr optimales Wachstum im Zentrum der Forschungsarbeiten. Es wird der Frage nachgegangen, welche Maßnahmen zu einem gesunden und fruchtbaren Boden für den Körnerleguminosenanbau führen, und wie leistungsfähige Körnerleguminosen wiederum durch ihre Nachfruchtwirkung die Bodenfruchtbarkeit steigern. Eine der im Forschungsprojekt getesteten Maßnahmen, neben zahlreichen weiteren, ist die reduzierte Bodenbearbeitung mit dem Stoppelhobel. Die pfluglose Bodenbearbeitung stößt auch bei Biolandwirten auf immer mehr Interesse. Lange zeit galt diese reduzierte Bodenbearbeitung aber nicht als biotauglich, da vermehrt Wurzelunkräuter auftreten und Stickstoffmineralisierung im Frühjahr verringert sein kann.

Reduizierte Bodenbearbeitung mit dem Stoppelhobel (© FiBL, Bild K.-P. Wilbois)

An diesen Themen setzt das neue europäische Forschungsprojekt TILMAN-ORG an, und wird so nach Ende der dreijährigen Projektlaufzeit interessante Ergänzungen zum Bodenfruchtbarkeitsprojekt bieten können. Forscher aus elf europäischen Ländern arbeiten daran, die reduzierte Bodenbearbeitung unter verschiedenen Bodentypen und Klimabedingungen weiterzuentwickeln. Sie wollen auch anhand des in den Ländern vorhandenen Praxiswissens standortgerechte Empfehlung zur reduzierten Bodenbearbeitung unter Ökobedingungen erarbeiten. Dass die reduzierte Bodenbearbeitung, genauso wie die Gründüngung, die Bodenfruchtbarkeit verbessern ist bekannt und mit Forschungsergebnissen gut belegt. Im TILMAN-ORG-Projekt geht es nun darum, diese Vorteile auch für Biobauern nutzbar zu machen. Das wichtigste Ziel ist es deshalb, Methoden zur effizienten Unkrautregulierung und für eine bessere Nährstoffversorgung zu entwickeln und in die Praxis zu bringen. Neben einer verbesserten Bodenfruchtbarkeit bringt die reduzierte Bodenbearbeitung auch Ökosystemleistungen mit sich. Durch den verringerten Maschineneinsatz wird Diesel eingespart und damit der CO2-Ausstoß im Ackerbau verringert. Gleichzeitig leistet die reduzierte Bodenbearbeitung auch einen Beitrag zu mehr Biodiversität in der Landwirtschaft: Vor allem die unterirdische Vielfalt an Pilzen und Bakterien die den Boden beleben und gesund halten, nimmt zu.

Aus dem Projektteam des Bodenfruchtbarkeitsprojekts bringen hier die Universität Kassel und das FiBL Schweiz ihr Fachwissen ein.

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Quellenangabe bei Veröffentlichung

Ann-Kathrin Spiegel (FiBL Deutschland e.V.)

Beitrag entstanden im Rahmen des Projektes “Steigerung der Wertschöpfung ökologisch angebauter Marktfrüchte durch Optimierung des Managements der Bodenfruchtbarkeit". Gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz auf Grund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft.