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Die Lupine – Königin der Sandböden, Teil 1

Die in Europa angebauten Lupinen stammen aus dem Mittelmeerraum. Dort fanden und finden sie teilweise noch immer Verwendung in der Ernährung von Mensch und Tier. Mittels Einweichen in Salzwasser wurden sie von ihren Bitterstoffen befreit. Danach wurden ganze Körner als Imbiss verzehrt oder Lupinenmehl hergestellt. Neben den europäischen Lupinen besitzt die Andenlupine in Peru eine Bedeutung als landwirtschaftliche Nutzpflanze. Nachdem im Thema des Monats Februar bereits die Verwendungs- und Vermarktungsmöglichkeiten für die Lupine sowie ihre Standortansprüche beschreiben wurden, sind im Folgenden die wichtigsten Anbauinformationen nachzulesen.

Fruchtfolge

An die Vorfrucht werden keine Ansprüche gestellt. Die Nmin Gehalte sollten wie bei allen Körnerleguminosen möglichst niedrig sein. Lupinen sind Stickstoffsammler mit einem guten Wurzelsystem. Sie sind nicht selbstverträglich. Eine Anbaupause von mindestens fünf Jahren sollte deshalb eingehalten werden. Als fruchtfolgebedingte Krankheiten können meist Arten von Fusarien auftreten.

Saat

Als Langtagspflanze honoriert die Lupine eine frühe Saat, die durch die längere Jugendentwicklung ein höheres Ertragspotential bietet. Andererseits muss der Boden wie bei der Erbse ausreichend erwärmt sein, damit die Jugendentwicklung schnell genug erfolgt und die Unkrautbekämpfung auch vor der Saat stattfinden kann. Die Saattiefe sollte 2 bis 3 cm betragen. Die Aussaatstärke liegt je nach Sorte zwischen 50 Körner/ bei einer stärker verzweigenden Weißen Lupine und 120 Körner/ bei einer endständigen Blauen Lupine.

Saatgut

Aufgrund des Risikos mit der samenbürtigen Pilzkrankheit „Anthraknose“ sollte nur geprüftes Öko-Z-Saatgut zum Einsatz kommen. Da auch Fremdbefruchtung vorkommt, ist bei Nachbau ein teilweiser Verlust der Bitterstofffreiheit nicht auszuschließen.

Sortenwahl

Gegenüber den Verzweigungstypen verfügen die endständigen Typen der Blauen Lupine über eine frühere und auch bei etwas feuchteren Bedingungen sichere Abreife, aber ein schwächeres Unkrautunterdrückungsvermögen. Bei den Blauen Lupinen ist insbesondere auf Sorten mit ausreichender Platzfestigkeit zu achten. In klimatisch eher bevorzugten Gegenden und v.a. besseren - aber kalkfreien - Böden kommt die Weiße Lupine aufgrund ihres höheren Ertragspotentials und besserer Unkrautunterdrückung infrage.

  • Blaue Lupine, Verzweigungstypen: Boregine, Probor, Borlu
  • Blaue Lupine, endständige Typen: Boruta, Haags Blaue
  • Gelbe Lupine: Perkoz
  • Weiße Lupine: Feodora, Amiga, Energy
  • Bitterlupinen: Azuro, Sonet

Bei Standorten, auf denen noch nie Lupinen oder Serradella angebaut wurden, sollte insbesondere bei den Weißen Lupinen eine Impfung des Saatgutes mit Rhizobien erfolgen.

Düngung

Es darf kein freier Kalk vorhanden sein. Durch ihr gutes Wurzelsystem ist die Lupine in der Lage, auch aus tieferen Bodenschichten Nährstoffe aufzunehmen. Lupinen verfügen über ein gutes Aneignungsvermögen von Phosphor, wovon auch die Folgekultur profitiert.

Unkrautregulierung

Die Saat auf Getreideabstand ist die Regel. Es bieten sich aber nur Standorte mit nicht zu großem Unkrautdruck an, da das Unkrautunterdrückungsvermögen der Lupine – besonders der Blauen Lupine mit ihren schmalen Blättern - nicht hoch ist. Es müssen alle Register der Unkrautbekämpfung gezogen werden, von der Bearbeitung vor der Saat über das Blindstriegeln bis zum mehrmaligen Striegeln zum richtigen Zeitpunkt. Der ideale Reihenabstand für Hacksysteme würde wie bei der Ackerbohne bei doppeltem Getreideabstand liegen. Weitere Reihenabstände sind je nach Mechanisierung des Betriebes möglich, bringen aber Ertragsverluste.

Krankheiten und Schädlinge

Die dominierende Lupinenkrankheit ist die Pilzkrankheit Anthraknose. Sie liebt feuchte, niederschlagsreiche Bedingungen. Als Symptome sind Verkrümmungen, welke Blätter, Brennflecken an Blättern und Hülsen bis hin zum völligen Ertragsausfall zu nennen. Da diese Krankheit samenbürtig ist, liegt hier der entscheidende Schlüssel zum Lupinenbau. Bei Einhaltung risikomindernder Maßnahmen können in niederschlagsärmeren Regionen sogar die anthraknoseanfälligen Weißen und Gelben Lupinen angebaut werden. Als Vorsichtsmaßnahmen wären zu nennen: Verwendung von absolut anthraknosefreiem Saatgut, kein Anbau in unmittelbarer Nähe von im Vorjahr befallenen Feldern, keine Verschleppung von Feld zu Feld durch Maschinen.

Da Lupinen sehr beliebt bei Kaninchen, Hasen und Rehen sind, können bei nicht umzäunten Flächen Fraßschäden auftreten.

Ernte

Die Blauen Lupinen sollten zur Vermeidung von Platzverlusten nicht zu spät geerntet werden.

Ausblick

Die Lupinenkrankheit Anthraknose hat nicht nur den Anbau, sondern auch die Züchtung von Gelben und Weißen Lupinen fast vollständig zum Erliegen gebracht. Es ist zu hoffen, dass wieder verstärkt züchterische Aktivitäten starten, um die Vielfalt der Möglichkeiten des Lupinenanbaus zu erhalten.

Download

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Impressum

Autor: Werner Vogt-Kaute (Naturland)

Durchsicht und Redaktion: Ann-Kathrin Spiegel (FiBL Deutschland e.V.)

Quellenangabe bei Veröffentlichung

Werner Vogt-Kaute (Naturland)

Beitrag entstanden im Rahmen des Projektes “Steigerung der Wertschöpfung ökologisch angebauter Marktfrüchte durch Optimierung des Managements der Bodenfruchtbarkeit". Gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz auf Grund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft.