Gerstengraspulver – Bio oder nicht?

Gerstengraspulver hat sich weltweit zu einem der beliebtesten Nahrungsergänzungsmitteln entwickelt und wird in großen Mengen nachgefragt. Auch in Deutschland liebt man das grüne Pulver und verwendet es in Smoothies, oder rührt es in Wasser. Gerstengraspulver dient als Supplement und aktuell ist es der letzte Schrei. Es versorgt den Körper mit Vitaminen, Mineralien und sekundären Pflanzenstoffen.

Worauf muss man beim Kauf achten?

Immer mehr Menschen achten auf eine hohe Qualität der Lebensmittel und das ist ausgezeichnet. Es dient dem Tierwohl, schont die Umwelt und fördert unsere Gesundheit. Weil es oft beim Einkauf schnell gehen muss, greifen wir einfach zu Produkten mit einem Bio-Siegel und sind damit der Annahme, dass wir ein hochwertiges Produkt gekauft haben. Das ist jedoch nicht immer der Fall.

So wird Gerstengraspulver hergestellt

Bei Gerstengraspulver handelt es sich um die 1-2 Wochen alten Gräser, die nach dem Keimen des Gerstenkorns wachsen. Wer also Gerste anpflanzt, um daraus Mehl zu mahlen, produziert zwangsläufig als Zwischenprodukt Gerstengras. Dieses wird geerntet und pulverisiert.

Um hier ein Bio-Zertifikat zu erhalten ist wichtig, dass mit nachhaltigem und natürlichem Dünger gearbeitet wird. Anstatt chemischen Dünger zu verwenden, muss auf Nährstoffe aus der Natur zurückgegriffen werden. Das können beispielsweise Gülle aus der Viehzucht, oder pflanzlicher Dünger sein.

Beide Dünger bringen Probleme mit sich

Gerstengras ist sehr gesund, muss aber nicht immer Bio sein

Wer sich für Gülle entscheidet, unterstützt damit eine intensive Massentierhaltung. Hier werden Schweine auf engstem Raum gehalten, sie werden mit großen Mengen an Mais gefüttert und bekommen Medikamente verabreicht. Ihre Exkremente werden auf den Gerstenfeldern als Dünger verteilt.

Pflanzliche Dünger scheinen hier deutlich nachhaltiger und sinnvoller, jedoch spielt sich hier ein verrücktes Spiel ab. Meist werden sie im Ausland produziert, indem Pflanzen auf einem Acker angepflanzt und mit chemischem Dünger gedüngt werden. Sind sie reif, werden sie geerntet, nach Deutschland transportiert und als pflanzlicher und nachhaltiger Dünger vertrieben. Setzt ein Bauer sie ein, kann er sich um ein Bio-Zertifikat bemühen.

Neben den negativen Begleiterscheinungen des Einsatzes von chemischem Dünger hat man nun zusätzliche Transportwege und somit eine schlechte Umweltbilanz. Und ein Bio-Siegel auf dem Endprodukt.

Man muss selbst nachdenken

Wer tatsächlich mit reinem Gewissen konsumieren möchte, das gilt auch für Gerstengraspulver, der sollte stets selbst nachdenken, welche Produkte nachhaltig sind und an welchen man lieber vorbeigeht. Das mag zwar zu Beginn anstrengend sein, wird allerdings irgendwann zum Automatismus.

Bio Gerstengraspulver ist in vielen Fällen keine sinnvolle Alternative zu einem herkömmlichen Produkt. Hier lohnt sich der Gang zum Landwirt um im Anschluss eine langfristige und vertrauensvolle Quelle für das wohltuende Nahrungsergänzungsmittel zu haben.